Eine Aktivierung der ursprünglichen Bestimmung der Synagoge für die Dauer eines Gebets.

Der Vorschlag versteht die Synagoge als lebendige Schwelle zwischen Geschichte und gegenwärtiger Verantwortung. Für einen begrenzten Zeitraum soll der Raum durch Gebet, Versammlung, Erinnerung und eine zurückhaltende räumliche Setzung wieder erfahrbar werden.

Der Vorschlag werde von der Initiative „Synagoge Stommeln - Wiederbelebung des jüdischen Erbes“ im Rahmen der ersten Veranstaltung an die Stadt Pulheim übermittelt.

Die hier gezeigte Korrespondenz dokumentiert die Rolle der Initiative, das Projekt vorzustellen, einzuordnen und im größeren Zusammenhang der Wiederbelebung jüdischen Erbes in Stommeln voranzubringen.

Visueller Vorschlag für Belu-Simion Fainarus Synagogenprojekt
Vorschlagsbild zu For the Duration of a Prayer.

Belu-Simion Fainaru arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Erinnerung, Geschichte und Identität.

Fainaru ist Künstler, Kurator, Pädagoge und Kulturinitiator. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Skulptur, Installation, Text, ritueller Geste und öffentlicher kultureller Praxis. Häufig nutzt er zurückhaltende Materialien und präzise räumliche Situationen, um Abwesenheit, Erinnerung, Exil und spirituelle Suche körperlich erfahrbar zu machen.

Geboren in Rumänien und tätig in Israel sowie international, prägt er künstlerische Plattformen und Dialogräume sowohl als Künstler wie auch als Initiator. Diese doppelte Rolle ist für Stommeln entscheidend: Der Vorschlag ist nicht nur ein Objekt für einen Raum, sondern eine Einladung, das Gespräch über die Synagoge kulturell und städtisch neu zu öffnen.

2026 vertritt er Israel auf der Biennale in Venedig mit Rose of Nothingness, gezeigt im Arsenale. Der Vorschlag für Stommeln bringt diese öffentliche künstlerische Position in direkten Dialog mit einem fragilen lokalen Erinnerungsort, an dem künstlerische Form, jüdische Erinnerung und kommunale Verantwortung aufeinandertreffen.

Die Korrespondenz ist konzeptueller Teil der Arbeit.

Der Vorschlag versteht die Kommunikation mit der Stadt nicht als äußere Verwaltung, sondern als ein Material der Arbeit. Jede Nachricht dokumentiert, wie die Synagoge als öffentlicher, historischer und spiritueller Raum verhandelt wird.